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Expetition mit EOBV TL nach Tansania / Bericht Heinz Toperczer


Nach einem Flug über den höchsten Berg Afrikas, dem Kilimanjaro, wurde ich am Flughafen abgeholt und zum französischen Forschungsschiff „Kairos“ gebracht. An Bord waren 2 Wissenschaftler vom SRI (shark research institute) aus Amerika, John Bantin (engl. Chefreporter von der Zeitschrift „Diver“) und 2 Reporter aus der franz. Schweiz. Die Hauptaufgabe dieser Expedition war die Markierung der Walhaie mit Peilsender oder Marke. Ich war als einer der zwei Assistenten des Kameramannes an Bord.

Da dieser aber wegen einer Krankheit ausfiel, durfte ich seine Arbeit übernehmen. Wir gingen in der Meerenge vor Mafia Island vor Anker. Hier münden einige Flüsse ins Meer, dessen nährstoffreiches Wasser, durch den natürlichen Trichter komprimiert wird. Die Sichtweite verschlechtert sich aufgrund des hohen Planktongehaltes auf unter 4 Meter. Doch der Vollmond und ein kurzer, aber heftiger Regen, machten uns einen Strich durch die Rechnung. Durch den Regen wurde das Plankton in die Tiefe gedrückt und so ließen sich die Walhaie an der Oberfläche nicht blicken.

Die Enttäuschung in diesen ersten 2 Tagen war überall an Bord spürbar. So brachen wir ab und fuhren rund 500 km südlicher. Hier bestand die Aufgabe, die ansässige Tierpopulation zu analysieren und neue Riffe zu erkunden. Um größere Strecken zu meistern standen uns Scooter zur Verfügung, die uns gute 50 Minuten durch die Rifflandschaft zogen. Auch über das Nachtleben wollten die Wissenschaftler Aufzeichnungen machen und so tauchte ich mit Vollgesichtsmaske mit Sprechfunk auf 30m, um mit der Videokamera bewaffnet, so viel wie möglich an Tierleben einzufangen. Links und rechts flankierten mich Beleuchtungstaucher mit Riesenscheinwerfern und über uns schwebte ständig ein französischer Sicherungstaucher.

Das Bild meiner Kamera wurde direkt auf den Großbildschirm an Deck gesendet, wo sich die Wissenschaftler Notizen machten und mir Anweisungen gaben, welche Perspektive sie benötigen, um z.B. das Geschlecht zu bestimmen.
Wir besuchten auch einsame Inseln, wo wir die Nistplätze der Möwen und Zugvögeln beobachten konnten.

Das Schiff fuhr fast ausschließlich in der Nacht und da wurde auch das gesamte Team inkl. der beiden Amerikaner zum zweistündigen Wachdienst eingeteilt.
Das war für mich ein absoluter Genuss, auf der Brücke zu stehen und im warmen Fahrtwind Ausschau zu halten.

Es wurden auch Notfallsübungen in der schiffseigenen Dekokammer durchgeführt.
Nach 7 Tagen kehrten wir wieder nach Mafia zurück und versuchten erneut unser Glück. Zur Unterstützung der Walhaisichtung stand uns ein Ultraleichtfluggerät zur Verfügung. Und diesmal hatten wir Glück.

Teilweise sahen wir bis zu 3 Walhaie auf einmal. Wichtig war es vor der Markierung, Foto- oder Videoaufnahmen vom Kopf zu bekommen, um diese später wieder zu erkennen, denn die Punkte der Walhaie sind einzigartig, wie ein Fingerabdruck. Der Sender oder die Marke wurden mit einer Harpune in die 10cm dicke Haut unter der Rückenflosse verankert, wo keine Organe beschädigt werden können.
Die Haut ist so hart, dass wenn der Schusswinkel nicht rund 90 Grad beträgt, sich die Stahlspitze verbog und somit abprallte. Ein Sender bleibt zwischen einem Monat bis hin zu 2 Jahren haften. Der Verlust ist bitter, denn immerhin kostet einer doch rund 3800 Dollar. Diese Arbeit wurde nur mit ABC Ausrüstung durchgeführt, um im Wasser schneller zu sein.

Für mich war es ein großes Abenteuer und ich konnte einen kleinen Beitrag zur Erhaltung der Haie leisten, für die sich das SRI weltweit einsetzt.

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