Häufig gestellte Fragen zur Tauchausbildung (FAQ)
Was ist eigentlich ein Berufstaucher?
Unter das allgemeine Bild des Berufstauchers fällt fälschlicherweise nicht nur der helmtauchende Unterwasserschweißer, auch andere Bereiche wie Forschungstaucher oder Taucher auf Bundesebene fallen unter diesen Begriff. Kurz um jeder Taucher der Beruflich im Wasser tätig ist zählt als ein Berufstaucher. So umfasst dieser Begriff richtig betrachtet nicht nur Industrietaucher im klassischen Sinne sondern auch Taucher der Polizei, des Militärs, Forschungstaucher oder auch Taucher von Einsatzorganisationen und Tauchlehrer. Ein Berufstaucher führt unter Wasser gewerbliche, technische oder wissenschaftliche Arbeiten aus. Dazu gehören unter anderem Montage- und Schweißarbeiten, Inspektionen von Bauwerken (z.B. Staumauern oder Brücken), Bergungen sowie wissenschaftliche Forschungsprojekte. Im Gegensatz zum Freizeitbereich ist das Berufstauchen in Österreich gesetzlich streng geregelt. Wer gewerblich unter Wasser arbeitet, benötigt ein staatlich anerkanntes Zeugnis und muss spezifische Sicherheits- und Ausrüstungsstandards erfüllen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Sporttaucher und einem Berufstaucher?
Der Hauptunterschied liegt im Zweck des Tauchgangs sowie im rechtlichen Rahmen:
- Sporttaucher / Sporttauchlehrer: Tauchen aus Freizeitinteresse, Erholung und Leidenschaft. Sporttauchlehrer bilden Menschen für das Hobby-Tauchen aus. Die Zertifikate basieren auf Verbands- und Normenstandards.
- Berufstaucher / Berufstauchlehrer: Verrichten vorwiegend bezahlte Arbeit unter Wasser oder bilden Personen für das gewerbliche Tauchen aus. Hier greift das Bediensteten- und Arbeitnehmerschutzrecht sowie gesetzliche Auflagen.
Wie zeitintensiv ist die Ausbildung?
Der Zeitaufwand richtet sich nach der angestrebten Stufe:
- Sporttaucher: Zeitrahmen vom Grundkurs bis zum fertigen Berufstaucher beträgt rund 3 Jahre, je nach zeitlicher Verfügbarkeit.
- Sporttauchlehrer: Grundvoraussetzung ist der eine EOBV 4 Stern Ausbildung. In der Regel dauert hier die Zusatzausbildung zum Tauchlehrer5 Tage.
- Berufstaucher / Berufstauchlehrer: Bei entsprechendem Nachweis der geforderten Unterrichtseinheiten kann die mehrtägige Prüfung zum Berufstaucher direkt angetreten werden. Die Prüfungen sind in der Regel mit 4-5 Tage angesetzt.
Welche Qualifikationen braucht man für den Einstieg in die Berufstaucherei?
Je nach Ausbildungsweg gelten unterschiedliche Voraussetzungen:
- Mindestalter 21 Jahre, Nachweis einer umfassenden Taucherfahrung sowie der vom Staat geforderten Anzahl an theoretischen und praktischen mindest-UE.
- Körperliche Eignung bescheinigt durch einen ermächtigten Taucharzt oder Taucherärztin.
- Bei fehlender Taucherfahrung und fehlenden UE muss der Ausbildungsweg nachgewiesen oder nachgeholt/ergänzt werden.
Ich verfüge Bereits über einschlägige Berufserfahrung und/oder habe eine Ausbildung im Ausland absolviert?
Für Taucher, welche bereits vor 2006 nachweislich als Berufstaucher tätig waren, gilt der Fachkenntnisnachweis als erbracht (Stichtagregelung). Für Taucher, welche im Ausland eine Berufsausbildung absolviert haben gilt die Berufsanerkennungsregelung innerhalb der EU. In diesem Fall wird eine Abfrage bei der ausstellenden Behörde in Bezug auf die Richtigkeit der Angaben durchgeführt und bei positiver Erledigung wird die Berufsausbildung anerkannt.
Darf ich mit einem ausländischen Zertifikat und nicht österreichischer Staatsbürgerschaft in Österreich Taucharbeiten durchführen?
Ja, sofern es sich um eine rechtliche Berufsausbildung des Entsendestaates handelt. Spätestens nach 4 Wochen muss in Österreich aber ein Zeugnis gemäß FK-V erworben werden.
Welche Kosten können auf mich zukommen, wenn ich Berufstaucher werden möchte?
Die Gesamtkosten setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen:
- Kursgebühren: Bei entsprechender Qualifikation (mind. EOBV 4 Stern) liegen die Kurskosten zur ergänzenden Ausbildung bis auf das geforderte Niveau in der Regel zwischen 450 bis 1300 Euro.
- Ausrüstung: Die Kosten für eine ordentliche Ausrüstungskonfiguration fällt individuell aus.
- Prüfungskosten: Die Kosten für den Prüfungsaufwand (staatliche Prüfung) werden jeweils für das Seminar festgesetzt. Die Kosten liegen hierbei in der Regel zwischen 2000 und 3000 Euro.
- Nebenkosten: Kosten für tauchärztliche Untersuchung sowie eventuelle Anreise- und Unterbringungskosten bei Kursblöcken fallen separat an.
Wo kann man sich zum Berufstaucher ausbilden lassen?
Aufgrund der gesetzlichen Auflagen in Österreich darf die Ausbildung zum Berufstaucher nur von staatlich ermächtigten Ausbildungseinrichtungen durchgeführt werden. Als staatlich ermächtigter Tauchverband bietet der EOBV an diversen Ausbildungsstätten modulare Vorbereitungskurse und Prüfungen gemäß der österreichischen Fachkenntnis-Verordnung (FK-V) an, die berufsrechtlich anerkannt sind.
Wo kann man sich zum Sporttauchlehrer ausbilden lassen?
Die Ausbildung zum Sporttauchlehrer erfolgt direkt über den EOBV und seine angeschlossenen Tauchschulen sowie Ausbildungsstätten in ganz Österreich. In spezialisierten Tauchlehrer-Seminaren wirst du Schritt für Schritt vom erfahrenen Taucher (mind. EOBV 4 Stern) zum zertifizierten EOBV-Sporttauchlehrer nach internationalen Qualitätsstandards geführt. Die Ausbildung und Prüfung zum Tauchlehrer erfolgt über die Ausbildungskommission des EOBV.
Ich bin Divemaster bei einem anderen Verband – wie kann ich Berufstauchlehrer werden?
Ein Einstieg bzw. Cross-Over ist beim EOBV problemlos möglich, da wir Vorkenntnisse anderer Verbände berücksichtigen.
Der Weg gliedert sich in folgende Schritte:
- Erwerb der staatlichen Fachkenntnisse: Für den Schritt zum Berufstauchlehrer absolvierst du die spezifischen Module entsprechend dem EOBV-Ausbildungsweg. Bei Vorlage eines Befähigungsnachweises (z.B. IDSA, IMCA) ist eine Prüfung durch die Kommission dennoch erforderlich..
- Statusfeststellung: Wir prüfen deine vorhandenen Brevets (z.B. Divemaster) und dein Logbuch bezüglich deiner bisherigen Taucherfahrung. Die fehlenden Unterrichtseinheiten und Fähigkeiten bis auf Niveau EOBV 4 Stern sind nachzuholen.
- Tauchlehrer-Qualifikation: Voraussetzung ist die positiv abgeschlossene EOBV 4 Stern Ausbildung und die Mindestanzahl an geforderten Tauchgängen. Wichtig: Tauchlehrer ohne FK-V Prüfung dürfen im Bereich des gesetzlich geregelten Tauchens keine Ausbildung durchführen.









