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Ein Wrack der Superlative – Am 11. April 1991 kommt es zur größten Umweltkatastrophe im Mittelmeer. Der Supertanker „Amoco Milford Haven“ gerät durch eine Explosion im Golf von Genua in Brand und sinkt ca. 70 Stunden später am 14. April 1991, 1,5 Seemeilen vor der Küste von Arenzano.


… Dabei treten ca. 100.000 Tonnen Rohöl aus und verschmutzen den Küstenbereich für mehrere Jahre.

Steckbrief:

  • Name: Amoco Milford Haven
  • Klasse: Superöltanker
  • Flagge: Zypern
  • Baujahr: 1973
  • Länge: 334m
  • Breite: 51m
  • Ladung: 14 Tanks mit einer Gesamtkapazität von 230000 Tonnen
  • Besatzung: 36 Personen
     
  • Lage des Wracks: ca. 1,5 Seemeilen vor Arenzano
  • Maximaltiefe: ca. 83 m
  • Minimaltiefe: ca. 33 m
  • Länge des Wrack: ca. 250 m

September 2008

Einige Mitglieder der Tauchschule „Atlantis“ und des „Atlantis-Tec-Team“ brechen nach Arenzano auf, um das größte Wrack im Mittelmeer zu betauchen. Bevor jedoch am Wrack getaucht werden darf, muss vor der Abreise die Registrierung bei der ligurischen Region vorgenommen werden. Das Tauchen in Ligurien unterliegt einer strengen Regelung, d.h. jeweils 3 Taucher müssen von einem Tauchführer der Region Ligurien begleitet werden.
Ausgangspunkt für unsere Tauchgänge am Wrack der Haven ist der Hafen von Arenzano. Hier befindet sich auch das „Haven- Diving- Center“ von Pippo, bei dem wir sehr herzlich empfangen und in weiterer Folge sehr gut betreut wurden.
Bevor wir nun endlich zum Tauchen aufbrechen konnten, bekamen wir noch von Paolo ein ausführliches Briefing. Paolo war extra von Asti nach Arenzano gekommen um uns kennen zu lernen und um mit uns unseren ersten Tauchgang am Wrack der Haven zu machen. Er ist leider auch der einzige der perfekt Deutsch und Englisch spricht.
 

Vom Hafen aus geht es mit dem Schlauchboot zum ca. 1,5 Seemeilen entfernten Wrack, das nach einer Fahrzeit von 7 bis 10 Minuten erreicht wird.
Am Wrack angekommen wird zuerst das Schlauchboot an der Boje der Abstiegsleine befestigt. Die Abstiegsleine führt uns direkt aufs Dach der Brücke in rund 33m Tiefe. Da es bei allen Tauchgängen leichte bis mittlere Strömung gab, war ein freies Abtauchen ohne Referenz der Abstiegsleine nicht möglich. So mussten wir den etwas längeren Weg von der
 

Steuerbordseite über die Brücke, entlang der nach unten gebogenen Gangway nehmen, um auf das in ca. 55m Tiefe liegende Hauptdeck auf der Backbordseite zu gelangen. Hier befindet sich auf Höhe des Oberdecks in ca. 60m Tiefe das riesige Explosionsloch in der Schiffsaußenwand auf der Backbordseite. Durch Unachtsamkeit bei Schweißarbeiten kam es zu der folgenschweren Explosion, welche zu einem Feuerinferno und in weiterer Folge zum Sinken des Tankers führte. Vier Besatzungsmitglieder und der Kapitän kamen bei der Explosion ums Leben. Das Explosionsloch hat eine Größe von ca. 12x15m, man kann also gemütlich in den Bauch des Ozeanriesen hinein tauchen.
Im Inneren des Tanks sieht man riesige Heizspiralen die zum Erwärmen des Rohöls benötigt wurden. Die Haven transportierte eine ganz bestimmte Sorte Rohöl, und um dieses Rohöl abpumpen zu können musste es auf ca. 80°C erwärmt werden. Weiters sieht man noch Stiegen in den Tanks die zu Luken am Hauptdeck führen. Sie wurden für Wartungsarbeiten benötigt und um die Tanks von innen inspizieren zu können. Wir nutzten diese Luke um wieder aufs Hauptdeck zu gelangen. Es war zwar sehr eng, aber wir kamen trotz Doppelflaschen und 3 Stages durch.
 

Der Blick vom Inneren des Tanks durch die Luke nach oben. Beim ersten mal war ich mir nicht sicher ob wir mit all der Ausrüstung da wohl durchpassen! Doch es war letztendlich kein Problem.
Nun befinden wir uns wieder am Hauptdeck auf rund 55m Tiefe. Wir tauchen auf der Backbordseite weiter nach hinten, vorbei an Rohrleitungen, Stiegen und anderen Aufbauten, die durch die enorme Hitze zerstört oder bis zur Unkenntlichkeit verformt wurden.
Wenn man entlang der Decks taucht hat man den Eindruck als tauche man an einer glatten, senkrecht abfallenden Steilwand. In den vergangenen 17 Jahren hat die Natur das Wrack Stück für Stück für sich eingenommen. Die Wände sind mit Schwämmen, Weichkorallen und vielen mehr bewachsen. Selbst in den Tanks, wo das Rohöl gelagert wurde, sind die Wände bewachsen.
Unser Tauchgang führt uns weiter zur Werkstätte. Diese befindet sich zwischen den Decks und dem Schornstein auf rund 55m Tiefe im hinteren Bereich des Wracks.

Nun da der Gasvorrat in unseren Rückengeräten langsam zur Neige geht, beginnen wir langsam mit dem Aufstieg entlang der Decks. Auf 42m Tiefe wechseln wir auf unser erstes Dekogas. Dieser Gaswechsel beschert uns 12 Minuten zusätzliche Grundzeit auf dieser Tiefe, ohne dabei die Dekozeit zu verlängern.
Wir haben nun also genug Zeit um die letzten beiden Decks zwischen 42 und 33m und den Schornstein zu erkunden. Dieser Bereich ist auch für Sporttaucher leicht und sicher zu betauchen.
 

Vom zweiten Deck geht es innen über eine Treppe hinauf in die Brücke oder Kommandozentrale. Sie ist das oberste Deck und beinhaltet den Steuerstand.
Durch das Feuer ist leider so gut wie nichts von der Einrichtung und den Armaturen übriggeblieben.
Italienische Taucher haben in Gedenken an die 5 verunglückten Besatzungsmitglieder eine Madonnenstatue an der Stelle des Steuerstandes errichtet.
Unser Tauchplan führt uns weiter zum letzten Highlight des Tauchganges, dem Schornstein.
 

Und abermals wird uns die schier unfassbare Größe dieses Wracks vor Augen geführt. Der Schornstein ist leider nicht mehr in voller Höhe vorhanden. Da das Wrack in einer Schifffahrtsrinne liegt musste er um ca. 10m gekürzt werden. Der Blick vom Schornstein in Richtung Decks vermittelt uns nochmals die Größe des hier gesunkenen Ozeanriesen.
Er bedeutet sogleich auch das Ende unserer Erkundungsreise am Wrack der Amoco Milford Haven.
Unser Weg führt uns über das Dach der Brücke zurück zur Bojenleine, an der wir unseren langsamen und langen Aufstieg beginnen.
 

Fazit:

Die Haven ist ein Wrack der ganz besonderen Art. Sie ist sowohl für Sporttaucher als auch für Tec- Taucher geeignet, wenn gleich für beide Bereiche doch ein hohes Maß an Erfahrung und Disziplin erforderlich ist.


Im Sporttauchbereich (40 bis max. 45m) gibt es jede Menge zu erkunden und zu entdecken, sodass man auch nach mehreren Tauchgängen immer noch etwas Neues entdecken kann.


Der Tec- Tauchbereich erstreckt sich quasi über das gesamte Wrack und bietet somit Abwechslung für mehrere Dutzend Tauchgänge.

  • Staatlich ermächtigter Tauchverband
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  • erster österr. Berufstauchlehrer Verband
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